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Umwelt & Geographie

Geographie und Geologie

Martinique gehört zur Inselgruppe der kleinen Antillen. Die Insel liegt im Antillengürtel, einem Gebiet der Erde, das manchmal auch durch seine vulkanischen Aktivitäten bekannt ist, da es auf einer instabilen Gegend der Erdkruste liegt.

Die Insel mit einer Oberfläche von wenig mehr als 1.000 km2 grenzt im Osten an den atlantischen Ozean und im Westen an das karibische Meer. Die Landschaft ist sehr vielfältig: Das Zentrum von Martinique ist weitgehend flach, der Süden eher hügelig. Die zerfaserte Atlantikküste ist geschützt durch Korallenriffe und bietet grossartige, flache Buchten. Der Norden wird vom Regenwald dominiert, der von unzähligen kleinen Bächen durchzogen ist. Das Bergmassiv im Norden besteht aus den Pitons du Carbet, einer Bergkette mit einer Höhe von über 1200 Metern, und dem Mont Pelée, einem 1397 Meter hohen, noch aktiven Vulkan, der gleichzeitig auch der höchste Punkt der Insel ist. Der letzte Ausbruch war am 8. Mai 1902 und dieser war besonders explosiv: Innerhalb weniger Minuten zerstörten die heissen und giftigen Ströme die ehemalige Hauptstadt Saint-Pierre und töteten 28.000 Menschen. Das macht diese Katastrophe gemessen an der Zahl der Toten zur grössten im 20. Jahrhundert. Der Mont Pelée bleibt eine permanente Bedrohung und ist wegen seiner Explosivität einer der meist überwachten Vulkane der Welt.

La montagne Pelée ©AquaTerra.info
Der Mont Pelée ©AquaTerra.info

Aber es gibt noch andere Vulkane auf Martinique : Im Zentrum den Morne Jacob (884 m) und in den Pitons du Carbet gibt es den piton Lacroix (1196 m). In der Nähe der Halbinsel von Trois-Ilets den Morne Larcher, im Osten auf der Halbinsel Caravelle und auf der Halbinsel Sainte-Anne den Crève Cœur.

Das Zentrum von Martinique besteht aus Ebenen, während der Süden eher hügelig ist.
Die sehr zerklüftete Atlantikküste ist stellenweise durch Korallenriffe geschützt, wodurch große, ruhige Buchten entstanden sind. Diese flachen Buchten sind oft mit vielen Inselchen übersät, wie in den Regionen von François und Robert. Zahlreiche Buchten durchziehen die Küstenlinie rund um die Insel. Der Nordteil der Insel ist vom tropischen Regenwald bedeckt und versorgt viele Flüsse mit Wasser.

Fauna und Flora

Dank des tropischen Klimas hat Martinique eine sehr reiche Flora: Es gibt allein fast 200 verschiedene Arten Farne und über 1700 heimische Pflanzenarten, dazu noch etwa 1000 weitere, die eingeführt wurden. Fast ein Drittel der Insel besteht aus Regenwald. Die Bäume bleiben das ganze Jahr grün und es gibt zahlreiche Lianen, Farne, Bambusse und Orchideen. Einige Bäume wie zum Beispiel Gummi– und Feigenbäume können zwischen 30 und 40 Metern hoch werden, manchmal sogar bis zu 50 Meter. Es gibt auch Mahagonibäume, deren wertvolles Holz zur Möbelproduktion gewonnen wird, und Acajou, Palisander und Johannisbrotbäume.

Steigt man weiter nach oben durch den Nebel, der die meiste Zeit des Jahres auf etwa 800 Metern zu finden ist, wird die Vegetation mehr und mehr buschig, undurchdringlicher und reich an Moosen und Torf.

Im Flachland weicht der Wald der Feuchtsavanne, wo Palmkohl und Bergthymian dominieren. Im Süden der Insel herrscht ein trockeneres Klima. Dort besteht die Savanne aus Frangipanis, Teebaumbäume, Campechebäumen, Kakteen und Akazien. In den geschützten Küstenregionen wachsen Mangroven, die in den flachen Gebieten direkt ins Meer wachsen.

 

Balisier pendulaire ©AquaTerra.info
Tropische Hängeblume ©AquaTerra.info

Am Strand und in der Nähe des Meeres muss man auf den Manchinelbaum achten. Diese Bäume sind höchst giftig und können schwerste Verbrennungen verursachen. Zu erkennen ist der Baum an seinen Früchten, die wie kleine Äpfel aussehen. Sie sind giftig, genau wie auch die Blätter. Stellen Sie sich niemals bei Regen unter diesen Baum, sonst werden Sie dies bitter bereuen.

Weil die Kleinen Antillen lange überflutet waren und von Naturkatastrophen heimgesucht wurden, ist die lokale Fauna, im Vergleich zur Flora, relativ klein. Wegen der großen Entfernung zum Festland gab es keine natürliche Migration von Tieren. Die meisten Arten wurden von Kolonialherren eingeführt oder kamen, wie die Ratten, als blinde Passagiere an. Die Ratten vernichteten die Wurzeln der Zuckerrohrpflanzen. Um sie zu vertreiben wurden wiederum aus Indien Mangusten importiert. Dabei wurde ignoriert, dass die Mangusten tagsüber jagen, während Ratten nachtaktiv sind. Man sagt, dass die Einfuhr der Mangusten zum Verschwinden der Papageien auf Martinique geführt hat. Auch die Leguane haben unter der Anwesenheit der Mangusten gelitten, aber auch unter der des Menschen. Die einzigen Leguane von Martinique leben heute auf der Insel Chancel vor Le Robert.

Das Manicou, ein kleines Beuteltier aus der Familie der Oppossums, ist oft anzutreffen. Die Tiere werden oft Opfer des Straßenverkehrs, da sie, geblendet durch das Fernlicht, auf der Fahrbahn stehen bleiben. Die Trigonocéphale (Lanzenotter) ist eine Schlange aus der Familie der Klapperschlangen. Sie misst zwischen 1,5 und 2,5 Meter und lebt im Unterholz, in den Wäldern und auf den Zuckerrohrplantagen, aber immer entfernt vom Menschen. Sollten Sie doch einmal von einer solchen Schlange gebissen werden, gehen Sie schnellstmöglich ins nächstgelegene Krankenhaus oder zur nächsten Polizeistation.

 

Kolibri ©AquaTerra.info

Die kleinste auf Martinique lebende Vogelart ist der Kolibri, von dem es auf der Insel vier verschiedene Arten gibt. Er fällt sofort auf, denn er schlägt pro Sekunde etwa 50 bis 60 Mal mit seinen Flügeln. Eine Besonderheit ist außerdem, dass er auf der Stelle in der Luft stehen und aber auch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h fliegen kann, was ihn zum schnellsten Vogel der Welt macht! Andere Vogelarten sind beinahe verschwunden, wie zum Beispiel die Spottdrosseln. Momentan sind auf Martinique noch 202 Vogelarten zu finden.

Natürlich gibt es auch Insekten, so sind die Stechmücken ständig präsent. Passen Sie auf, wenn Sie von der schwarz-weiß gestreiften Tigermücke gestochen wurden, denn diese kann Dengue- oder Chikungunyafieber (Tropenkrankheit mit starken Gelenkschmerzen) übertragen. Die winzigen Yen-Yenmücken stechen vor allem in der Zeit des Sonnenuntergangs.

 

Fotos : © Aqua Terra.info
Quellen : Lonely Planet ; Wikipedia ; Guide Martinique VOIR, Hachette.